von Dr. Karl-Heinz Röhrig

Die Freunde des smac e.V. waren vom 18. bis 20. September 2015 auf internationaler Exkursion zu den bekanntesten archäologischen Fundstätten der vorrömischen Eisenzeit in Bayern und Österreich.

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Die Exkursionsteilnehmer haben sich vor der Einfahrt ins Hallstätter Bergwerk am Kaiserin Christina-Stollen zum Gruppenfoto aufgestellt. © NHM Hans Reschreiter

 

 


Erste Station am Freitag war das KELTEN RÖMER MUSEUM in Manching. Das Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München wurde erst im Juni 2006 in der Nähe von Ingolstadt eröffnet.

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Die großen Schriftzüge „Römer“ und „Kelten“ signalisieren den Inhalt des neu gebauten Museums unmittelbar neben der Autobahn. © Peter Bossert

 

In unmittelbarer Nähe vom Museum befindet sich das Oppidum von Manching. Der Begriff ‚Oppidum‘ stammt von Caesar, der damit in seinen Kommentaren über den Gallischen Krieg stadtähnliche Siedlungen des 3.-1. Jh. v. Chr. bezeichnete. Von dem 380 ha großen Oppidum Manching sind bislang 7% ausgegraben. Zu den Funden von herausragender Bedeutung zählen ein 1999 entdeckter Goldschatz aus 450

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Die Goldmünzen wiegen jeweils zwischen 7 und 7,5 Gramm und wurden im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. in Böhmen geprägt. Ein über 200 Gramm schwerer Goldklumpen gehört mit zu diesem Fund. © Karl-Heinz Röhrig

 

Goldmünzen, sogenannten Muschelstateren und das bereits 1984 gefundene Kultbäumchen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. Es handelt sich bei diesem weltweit einzigartigen Fund um eine vergoldete Abbildung eines von Blättern, Knospen und Früchten umrankten Zweiges. Aus der Römerzeit stammen die Wracks von zwei 15 Meter langen römischen Militärschiffen aus dem 1. Jh. n. Chr. Sie wurden 1994 im Manchinger Ortsteil Oberstimm geborgen und anschließend im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz restauriert.

Am Samstag stand am Vormittag die Besichtigung des ältesten Salzbergwerkes der Welt in HALLSTATT im österreichischen Salzkammergut auf dem Programm. Mit der Standseilbahn ging es hoch hinauf. Oberhalb des Ortes befindet sich neben den prähistorischen Bergbauspuren auch das weltberühmte Gräberfeld von Hallstatt mit sehr reichen Grabbeigaben. Hallstatt ist namengebend für den älteren Abschnitt der vorrömischen Eisenzeit. Bereits vor 4000 Jahren haben Menschen dort Salz abgebaut. Im Bergwerk finden jedes Jahr Ausgrabungen statt. Hier haben sich zahlreiche Funde aus organischem Material erhalten, darunter Werkzeuge, Kleidung und Baumaterialen. Einzigartig ist die bislang älteste erhaltene Holztreppe Europas, die nach dendrochronologischen Untersuchungen auf die Jahre 1344 und 1343 v. Chr. datiert werden konnte.

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